Ich bin der Torwächter…
Pauschale Verurteilungen des Netzes auf Seiten etablierter Medien sind ja nichts neues. Ob es sich bei diesem Verhalten nun um einen Beißreflex aus reinem Futterneid heraus handelt – man weiß ja inzwischen, daß bei den gängigen Publikationen recht kräftig der Rotstift geschwungen wird – oder um pure Unkenntnis, sei mal dahingestellt.
Durch besondere Aggressivität fällt – wen wunderts – mal wieder eine “Publikation” aus dem Hause Springer auf. Herr Ulrich Clauß ätzt in der “Welt Online” über die Publikationsfreiheit im weltweiten Netz, als stünde sein Leben (zumindest aber sein Lebensstandard) auf dem Spiel. Man fragt sich unwillkürlich, ob in seiner Nähe schon die ersten Gehaltskürzungen bzw. Stellenstreichungen stattgefunden haben.
So schreibt er unter anderem:
Unter einer dünnen Schicht redaktionell abgesicherter und namentlich verantworteter Marken-Informationsangebote besteht der weitaus größte Teil der Internetinhalte aus anonymem Meinungswissen, Gerüchten, übler Nachrede und mehr oder weniger professionell organisierter Desinformation.
Was man unter Marken-Informationsangeboten zu verstehen hat, wird zwar nicht weiter ausgeführt, man kann jedoch getrost davon ausgehen, daß Herr Clauß die sorgfältig recherchierten, hundertprozentig meinungsneutralen und immer der Wahrheit verpflichteten Blättchen seines Arbeitgebers zu eben jenen qualitativ hochwertigen Angeboten rechnet, die der geneigte Surfer gefälligst zu konsumieren hat.
Denn wo bliebe die vielbeschworene Gatekeeper-Funktion der Medien, wenn sich jeder Bürger frei im Netz bewegen und sich jedwede Information selbst besorgen könnte? Eben.
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