Ich bin der Torwächter…

Pauschale Verurteilungen des Netzes auf Seiten etablierter Medien sind ja nichts neues. Ob es sich bei diesem Verhalten nun um einen Beißreflex aus reinem Futterneid heraus handelt – man weiß ja inzwischen, daß bei den gängigen Publikationen recht kräftig der Rotstift geschwungen wird – oder um pure Unkenntnis, sei mal dahingestellt.

Durch besondere Aggressivität fällt – wen wunderts – mal wieder eine “Publikation” aus dem Hause Springer auf. Herr Ulrich Clauß ätzt in der “Welt Online” über die Publikationsfreiheit im weltweiten Netz, als stünde sein Leben (zumindest aber sein Lebensstandard) auf dem Spiel. Man fragt sich unwillkürlich, ob in seiner Nähe schon die ersten Gehaltskürzungen bzw. Stellenstreichungen stattgefunden haben.

So schreibt er unter anderem:

Unter einer dünnen Schicht redaktionell abgesicherter und namentlich verantworteter Marken-Informationsangebote besteht der weitaus größte Teil der Internetinhalte aus anonymem Meinungswissen, Gerüchten, übler Nachrede und mehr oder weniger professionell organisierter Desinformation.

Was man unter Marken-Informationsangeboten zu verstehen hat, wird zwar nicht weiter ausgeführt, man kann jedoch getrost davon ausgehen, daß Herr Clauß die sorgfältig recherchierten, hundertprozentig meinungsneutralen und immer der Wahrheit verpflichteten Blättchen seines Arbeitgebers zu eben jenen qualitativ hochwertigen Angeboten rechnet, die der geneigte Surfer gefälligst zu konsumieren hat.

Denn wo bliebe die vielbeschworene Gatekeeper-Funktion der Medien, wenn sich jeder Bürger frei im Netz bewegen und sich jedwede Information selbst besorgen könnte? Eben.

[via ]

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Geschrieben in Medien, Web | Keine Kommentare

Rückzug oder Kapitulation?

Der Weg ins Wochenende gleicht manchmal einem Minenfeld. Diese Gefahr nimmt durch meine intensive Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht gerade ab, im Gegenteil. Es ist ziemlich schwer, die gute Laune aufrecht zu erhalten, wenn man schon beim Einsteigen in die U-Bahn vom lautstarken Gezeter einer jungen Dame begrüßt wird, die ihren “Macker” gerade zur Schnecke macht.

Müsste ich die Reaktion des Kerls mit einem Wort umschreiben, fiele mir auf die Schnelle nur die englische Vokabel grunt ein. Diese eignet sich besonders durch ihre Mehrdeutigkeit; unter anderem ist hier ein tiefer, gutturaler Ton gemeint, zum anderen kann das Wort auch umgangssprachlich für den einfachen Soldaten der Infanterie genutzt werden: gutmütig und eher von schlichter Natur, und vor allem – beliebig austauschbar.

Die Peinlichkeit stand ihm ins Gesicht geschrieben, ebenso die Kapitulation vor dem Redeschwall seiner Lebensabschnittsgefährtin. Nichtsdestotrotz hatte er sich auf das einzige Gebiet zurückgezogen, das er augenscheinlich blind beherrschte: sich selbst in eine lässige Pose zu werfen, den letzten Rest seiner “Coolness” zu wahren, die gerade den Bach hinunterging. So waren beide gefangen – sie in ihrer Rage, er in seiner verzweifelten Checker-Pose.

Glücklicherweise musste ich dieses Leid nur für fünf Minuten ertragen. Ein Umstieg in eine andere Linie hat mir das letzte Stück Vorfreude aufs Wochenende gerettet.

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Tagtraum am Bahnsteig

“Bitte von der Bahnsteigkante zurücktreten, ein Zug fährt durch.”

Diese Durchsage ist mir als Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel durchaus geläufig. Minuten später fegt meist ein ICE oder Güterzug an mir vorbei und zieht eine enorme Wirbelschleppe hinter sich her. Nicht so heute morgen.

Weit entfernt stieg eine grauschwarze Rauchsäule empor, die sich gemächlich näherte. Schließlich schnaufte eine Dampflok heran, deren angehängte Personenwagen ein ebenso hohes Alter vorzuweisen hatten wie die Zugmaschine. Messingbeschläge an Tür- und Fensterrahmen funkelten im Licht der Morgensonne, und der Lokführer zog mit breitem Grinsen an der Signalpfeife.

Leider verschwand dieses Schmuckstück viel zu schnell hinter der nächsten Kurve, und als ich aus meiner Trance wieder zurück in die Gegenwart fand, war auch auf den Gesichtern meiner Mitreisenden ein verklärtes Lächeln zu sehen.

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Alle Jahre wieder…

Ich bin ja der Letzte, der vergnügungssüchtigen Rheinländern ihren Spaß mißgönnen würde. Der morgigen Großveranstaltung könnte sogar ich etwas abgewinnen, allerdings stehen dem ungetrübten Genuß der pyrotechnischen Darbietung zwei gravierende Hindernisse im Weg: Alkohol und die hiesige Jugend. Nicht nur, daß der Jungspund von heute seinen Bedarf an berauschenden Flüssigkeiten auf bemerkenswert unkreative Weise zu decken versucht (as seen in your local $name_of_supermarket), er tut dies auch noch in absolut wahnwitzigen Dosierungen.

Die Kollateralschäden der Raubzüge, deren Ausbeute natürlich besonders während der hiesigen Volksbelustigungsereignisse auf Rekordniveau steigt, dürfen dann sowohl von den Rettungskräften als auch der Feuerwehr gesammelt, katalogisiert und zwischengelagert werden, bevor man sie dann an die nächste freie Verladestation liefert.

Hat man dann nach Mitternacht auch die Vollhonkparade der letzten Nachzügler überstanden, die sich mehr oder weniger zielgerichtet im Kriechgang nach Hause begibt, bedarf es eines äußerst starken Vertrauens in die Zukunft, um nicht einer tiefen Resignation über den Zustand des Nachwuchses anheimzufallen.

In diesem Sinne: viel Spaß bei der morgigen Lightshow.

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Luke, ich bin dein Vater!

Nach nunmehr anderthalb Monaten darf ich mich offiziell “Atemschutzgeräteträger” nennen. Endlich. Willkommen auf der dunklen Seite der Macht…

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So, das wars.

Daß ein CMS auch mal Fehler produzieren könnte, war mir ja von vorherein klar. Daß aber Drupal ohne Vorwarnung und 500er Serverfehler produzierend über die Klinge springt, kam wirklich unerwartet. Deshalb nun der Wechsel zum brandneuen Wordpress 2.5.

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